Syria not safe!

Habt ihr schon die Petition unterschrieben? Guckt ihr gern die Webseite von Syria not safe an: da sind viele Infos gegen die Abschiebungen nach Syrien, die die Regierung gerade wieder anschieben möchte.

Alle Infos und die Petition auf: https://syria-not-safe.org/

Teilt es gern weiter!


Vous avez déjà signé la pétition? Jetez un oeil à Syria not safe: vous y trouverez beaucoup d’informations contre les déportations vers la Syrie que le gouvernement allemand veut ré-autoriser.

Toutes les infos ainsi que la pétitions sont sur: https://syria-not-safe.org/

Faites circuler!

15.10.20 Gedenkkundgebung für die aufgrund des europäischen Grenzregimes Verstorbenen / 15/10/20 Commémoration publique pour nos ami.e.s mort.e.s aux frontières européennes

(Deutsch unten)
(français plus bas)

Commemoration rally for the deceased due to the European border regime
15.10.2020 from 5 to 7 pm Brandenburg Tor

This year again too many people have died in the desert, in the sea, or at the fences, trying to reach European soil. We refuse to ignore, forget or get used to these dramas and deaths. We remember all those for whom the road has ended abruptly. We will continue to do so until governments value and defend the lives of their fellow human beings instead of their national borders.

In solidarity
Corasol

facebook.com/events/3763784503640630/?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[%7B%22mechanism%22%3A%22surface%22%2C%22surface%22%3A%22create_dialog%22%7D]%7D
corasol.site36.net

----------------------------------------

Commémoration publique pour nos ami.e.s mort.e.s aux frontières européenes.
15.10.20 de 17h à 19h à la Brandenburger Tor


Cette année encore trop de personnes ont perdu la vie dans le désert, sur la mer ou sur les barrières lors de leur tentative de gagner l´Europe. Nous refusons d´ignorer, d´oublier ou de nous habituer à ces drames. Nous commémorons ensemble ces personne dont le chemin a été stoppé de manière abrupte. Et nous continuerons à le faire jusqu´au jour où les gouvernements protégerons les vies humaines avant leurs frontiéres.

En Solidarité
Corasol

facebook.com/events/3763784503640630/?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[%7B%22mechanism%22%3A%22surface%22%2C%22surface%22%3A%22create_dialog%22%7D]%7D
corasol.site36.net

------------------------------------------

Gedenkkundgebung für die aufgrund des europäischen Grenzregimes Verstorbenen
15.10.2020 von 17 bis 19 Uhr Brandenburger Tor

Dieses Jahr sind wieder zu viele Menschen in der Wüste, auf dem Meer, oder an den Zäunen umgekommen, bei dem Versuch, europäischen Boden zu erreichen. Wir weigern uns, diese Dramen zu ignorieren, zu vergessen oder uns daran zu gewöhnen. Wir gedenken all denjenigen, für die der Weg abrupt geendet hat. Wir werden dies so lange  tun, bis Regierungen - anstelle ihrer Ländergrenzen - das Leben ihrer Mitmenschen wertschätzen und verteidigen.

Solidarisch
Corasol
facebook.com/events/3763784503640630/?acontext=%7B%22event_action_history%22%3A[%7B%22mechanism%22%3A%22surface%22%2C%22surface%22%3A%22create_dialog%22%7D]%7D
corasol.site36.net

21.08. Film „Die Unerwünschten“ + Küfa Prachttomate

(Français plus bas)

DEUTSCH:
Film die Unerwünschten + Küfa
21.08.2020
ab 19:00 Uhr
Gemeinschaftsgarten Prachttomate (Bornsdorfer Str., Berlin-Neukölln)

Bei unserer Küfa am 21.08.2020 im Gemeinschaftsgarten
Prachttomate in Berlin-Neukölln wollen wir den Dokumentarfilm "Die
Unerwünschten" der Regisseurin Sarah Moll zeigen.
In dem Film interviewt sie sechs Personen in Zellen der Abschiebehaft,
in den letzten Wochen vor deren Abschiebung.

Außer dem Dokumentarfilm wollen wir mit euch über die Politik der
Migrationsbürokratie sprechen, die Migrant*innen alltäglich
traumatisiert, trotzt ihres Bemühens, anzukommen und teilzuhaben.

Der Film ist auf Deutsch. Die Diskussion wird zweisprachig auf Deutsch
und Französisch stattfinden.

Wir freuen uns, die Veranstaltung in der Prachttomate, also draußen
machen zu können. Achtet nichtsdestotrotz auf euch und andere und haltet
Abstand.

Mehr zum Film: indifilm.de/project/die-unerwuenschten/
Mehr zur Prachttomate: prachttomate.de/

----
FRANCAIS:

A notre Küfa le 21.08.2020 dans le jardin communautaire Prachttomate à
Berlin-Neukölln, nous voulons montrer le film documentaire "Die
Unerwünschten" de la réalisatrice Sarah Moll.

Dans le film, elle interviewe six personnes dans les cellules de la
prison d'expulsion, dans les dernières semaines avant leur expulsion.

Outre le film documentaire, nous voulons vous parler de la politique de
la bureaucratie des migrations, qui traumatise les migrant.e.s au
quotidien, malgré leurs efforts pour arriver et participer.

Le film est en allemand. La discussion sera bilingue en allemand et en
français.

Nous sommes heureux de pouvoir organiser l'événement dans le
Prachttomate, c'est-à-dire à l'extérieur. Néanmoins, prenez soin de vous
et des autres et gardez vos distances.

Die Situation der Geflüchteten und die Auswirkungen des Coronavirus / The situation of refugees and the impact of coronavirus

Unter diesem Link findet ihr unsere zweisprachige Broschüre. Die gibt es auch gedruckt. Wenn ihr eine Papier-Broschüre möchtet, schreibt uns gern an corasol@riseup.net

Under this link, you will find our text compilation in two languages. We also have let print it. If you want a paper version of our work, feel free to write us under corasol@riseup.net

Hinweise für die Video-Konferenz

Hallo liebe Teilnehmende unserer digitale Veranstaltung zur Situation von Geflüchteten in Zeiten von Corona,

hier endlich die letzten Infos zur Technik.

Um den Raum zu betreten, müsst ihr nur auf den Link klicken, und könnt
es im Browser öffnen, eine App herunterzuladen ist nicht nötig. Auch eine Registrierung ist nicht notwendig. Ihr könnt einfach euren Namen eingeben und als Gast beitreten.
Bitte tretet „mit Mikrofon“ ein, nicht „nur zuhören“.

Ihr landet zunächst in einem Warteraum und werdet bei veranstaltungsbeginn reingelassen.

Nutzt die Browser Firefox oder Chrome, nicht Safari oder Explorer. Eventuell müsst ihr auf eine neuere Version aktualisieren.

Bitte schaut nochmal, ob ihr eine halbwegs stabile Internetverbindung habt. Manchmal hilft es, näher am Router zu sein, oder ein LAN-Kabel zu nutzen, wenn das bei euch geht. Über www.breitbandmessung.de kann man auch rauskriegen, wie gut die Verbindung ist (z.B. an verschiedenen Orten in der Wohnung), auch fürs Handy.

Nutzt, falls ihr eins habt, bitte ein Headset, dann ist die Audioqualität besser.

Wenn ihr nicht reinkommt ins Webinar, öffnet das Pad:
https://pad.riseup.net/p/Hilfe_die_Technik_spinnt. Meldet euch dort im Pad oder im Chat. Es ist immer eine Perosn für Technik zuständig. Diese versucht mit euch die Technikprobleme zu lösen. Wenn ihr während der veranstaltung Technikprobleme habt, könnt ihr die Technikperson einfach über den privaten Chat anschreiben. Dafür klickt ihr auf Teilnehmer*in
Technik und öffnet einen privaten Chat.

Wir freuen uns, es wird spannend!

Liebe Grüße

Corasol

20/06: „la situation des réfugié.e.s et les répercussions du corona“ küfa en selfservice avec présentation en ligne / 20.06. „Die Situation der Geflüchteten und die Auswirkungen des Coronavirus“ Abholküfa mit Onlinevortrag

20. Juni: Abhol-/Liefer-Küfa mit Online-Infoveranstaltung


Liebe Leute,


zum internationalen Tag der Geflüchteten freuen wir uns sehr, euch zu einem doppelten Event einzuladen. Nämlich zur Veröffentlichung unserer Broschüre mit dem Titel „Die Situation der Geflüchteten und die Auswirkungen des Coronavirus“ und zu unserer ersten Liefer-Küfa.


Zum Essen haben wir einiges vor: Hefeteigbällchen mit gekochten Bohnen und dazu angebratenes Gemüses mit Tofu, kamerunischer Art! Das Essen ist gegen Spende, entweder zur Selbstabholung zwischen 19 und 21 Uhr im Heart’s Fear in der Wildenbruchstr. 24, oder wir liefern euch das Essen aus (in den Bezirken Neukölln, Alt-Treptow und Kreuzberg). Die Bestellung sollten bis max. Samstag, 20.06. um 13 Uhr bei uns eintreffen, damit wir gut planen können. Schickt uns wie viele Portionenihr möchtet unter der Nr. +16043739197. Sagt uns noch dazu, ob ihr selbst abholen kommt (wenn dann denkt bitte dran eine Tuperdose o.ä. mitzubringen) oder ggfls. an welcher Kreuzung euch das Essen geliefert werden sollte.


Unsere Broschüre bekommt ihr entweder mitgeliefert oder bei derAbholung. Es handelt sich um eine Sammlung von Texten, die den Alltag der Geflüchteten in Corona-Zeiten in Deutschland und an den Grenzen darstellt. Alle Texte gibt es auf Deutsch und Englisch. Damit nicht alles auf dem Papier bleibt, organisieren wir zu diesem Thema eine Video-Konferenz auf Big Blue Button. Die Konferenz fängt um 20 Uhr an und findet ebenfalls auf Deutsch und Französisch statt. Klickt zu der Uhrzeit einfach auf folgendem Link: webinar.solitech.org/b/kri-vqa-23j.Logt euch gern 10-15 Minuten vorher, damit wir eventuelle technische Probleme aus dem Weg gehen können.


Wir freuen uns auf euch!

Corasol

————————————


20 juin: repas à emporter ou en livraison et vidéo-conférence


Salut tout le monde,


pour la journée internationale des réfugié.e.s nous sommes heureux.ses de vous inviter à un double événement. D’une part, à la publication de notre brochure dont le titre est „La situation des réfugié.e.s et les répercussion du coronavirus“ et d’autre part à notre première Küfa en livraison.


Au menu, nous avons pas mal de choses: beignets avec le haricot et en plus DG de légumes et tofu! Le repas est à prix libre et sera possible de venir chercher sur place, entre 19h et 21h au Heart’s Fear à la Wildenbruchstr. 24, ou bien nous vous proposons de livrer le repas (dans les quartiers de Neukölln, Kreuzberg et Alt-Treptow). Veuillez nous faire parvenir votre commande jusqu’au samedi 20/06 à 13h maximum pour que nous puissions nous organiser. Ecrivez au numéro suivant, combien de portions vous souhaitez et si vous venez chercher le repas vous-mêmes (essayer de venir avec un récipient pour transporter la nourriture) ou à quel croisement de rue vous voulez être livré.e.s: +16043739197.


Vous pourrez recevoir notre brochure lors de la livraison ou en venant chercher votre repas. Il s’agit d’un compilation de textes quireprésentent le quotidien des réfugié.e.s aux temps du coronavirus, en Allemagne ou aux frontières. Tous les textes sont en allemand et en anglais. Pour que tout cela ne reste pas seulement couché sur le papier, nous organiserons une vidéo-conférence sur ce thème sur Big Blue Button.La conférence commencera à 20h et se tiendra également en allemand et en francais. Il suffit de cliquer á l’heure dite sur le lien suivant: webinar.solitech.org/b/kri-vqa-23j.N’hésitez pas à vous connecter 10-15 minutes plutôt pour que nous puissions essayer de résoudre d’éventuels problèmes techniques en amont.


A bientôt,

Corasol

Lager abschaffen! Demo am 01. Juni 13:30 in Potsdam

Hier folgt den Aufruf vom Flüchtlingsrad zu der Fahrrad-Demo am 01. Juni in Potsdam: „Lager abschaffen!“

Wir besuchen die Heime (Gemeinschaftsunterkünfte) mit dem Fahrrad.
Danach gibt es 4 Kundgebungen in der Potsdamer Innenstadt.
1. Juni, Potsdam: Wir laden alle ein!
Tragt euch online ein, damit wir etwa gleich viele Leute bei den einzelnen Aktionen sind:
https://terminplaner4.dfn.de/abolishallcamps
13:30 Uhr: Start der Fahrrad-Demos zu Gemeinschaftsunterkünften
1. Nord-Route:
Start an GU Lerchensteig 49–51 → GU David-Gilly-Str. 5 → Brandenburger Tor
2. Süd-Route:
Start an GU Handelshof 20 → GU An der Alten Zauche 2b → GU An den Kopfweiden 30 → Landtag
3. West-Route:
Start an GU An der Pirschheide 13 → GU Zeppelinstr. 55 → GU Dortustraße 45a → Innen- und Sozialministerium
4. Ost-Route:Start an GU Grotrianstraße 13 → GU Konsumhof 1– 5 → Rathaus Potsdam
15 Uhr: Start der Kundgebungen mit vier Orten in Potsdam
1. Brandenburger Tor
2. Landtag * Haltestelle Alter Markt
3. Innen- und Sozialministerium * Henning-von-Tresckow-Str. 13
4. Rathaus Potsdam * Friedrich-Ebert-Straße 79-81
Beachtet bitte den Infektionsschutz
Haltet den Mindestabstand von 1,50 m ein und tragt Mund-Nasen-Schutz!
Jede*r soll sicher demonstrieren können!

Demobündnis: Wer macht alles mit?
Flüchtlingsrat Brandenburg, We‘ll come United Berlin/Brandenburg, Refugees Emancipation, Women in Exile,International Women* Space, Barnim für alle, Seebrücke Potsdam, Potsdam Konvoi, polar Potsdam, United Action, FEM- Forum des Empowerments und Teilhabe für Migranten e.V. und EinzelpersonenWohnungen statt Massenunterkünfte!
Das Leben in den Sammelunterkünften ist unmenschlich. Viele Menschen müssen dort auf engem Raum wohnen. Sie müssen sich Toilette, Dusche und Küche mit vielen Menschen teilen. Wenn die Bewohner*innen Einkommen haben, bezahlen sie für einen Platz in einem Mehrbettzimmer bis zu 400 Euro (in Potsdam), in Oberhavel sogar bis zu 500 Euro. Es gibt keine Ruheräume. Das macht vor allem Frauen und Kinder krank.
Manche Menschen wohnen dort viele Jahre lang. Sie dürfen nicht in eine andere Wohnung ziehen. Sie dürfen kein eigenes WLAN haben. Die Lager sind oft am Rand oder außerhalb von Siedlungen. Bis zur Bushaltestelle müssen sie oft lange Wege laufen.
Die Gefahr des Virus‘ Covid-19 ist in Heimen sehr groß. „Abstand halten“ und Desinfektion sind hier unmöglich.
Wenn ein Mensch mit Covid-19 infiziert ist, wird die ganze Unterkunft unter Quarantäne gestellt. Das enge Wohnen führt häufig dazu, dass immer mehr Menschen sich infizieren (z.B. in Hennigsdorf). Wir sagen: Das ist ein Verbrechen!
An die Kommunen, Landkreise und Landesregierung:
In der Corona-Krise: Die Menschen müssen sofort in Wohnungen und Hotels ziehen können: Stoppt die Infektionsgefahr in den Massenunterkünften!

Für immer:
// Sammelunterkünfte und Mehrbettzimmer abschaffen!
// Für das Recht, in einer eigenen Wohnung zu leben – Mehr Wohnungen für Alle!
// Stoppt die Isolation der Bewohner*innen: Schafft einfachen Zugang zu Schulen, öffentlicher Nahverkehr, Kultur und Kontakte mit Nachbar*innen!
// Für ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben der Bewohner*innen: Sie sollen selbst entscheiden dürfen: Mit
wem sie wohnen. Was sie kochen. Oder was und wann sie essen möchten!
// Für mehr Privatsphäre und sichere Toiletten und Duschen!
Evakuiert die EU-Lager!
Wir sind wütend: In den Flüchtlingslagern in Griechenland leben zehntausende Menschen hinter Stacheldraht und Zäunen. Sie möchten nach Europa, aber sie dürfen nicht. Sie haben dort nicht genug Medizin, kein warmes Wasser, keine eigenen Toiletten und Duschen. Sie können sich nicht vor Krankheiten wie COVID-19 schützen.
Die Lebensgrundlage und Hoffnungen der Menschen werden zerstört. Rechte machen Jagd auf die Flüchtlinge und Helfer*innen. Die EU und Deutschland haben die Verantwortung für die Situation. Die Menschen können ihr Asylrecht nicht nutzen.

An die Landesregierung:
Für ein Landesaufnahmeprogramm: Brandenburg soll sofort mehr Menschen aus den Lagern in Griechenland holen. Rechtsgutachten (https://t1p.de/tyzc, https://t1p.de/v4gx) zeigen, dass das möglich ist.

An die Kommunen und Landkreise:
// Macht Druck auf Landes- und Bundesregierung, werdet „Sicherer Hafen“ wie u.a. Teltow, Potsdam, Potsdam-
Mittelmark, Schöneiche, Fürstenwalde/Spree und viele andere Kommunen in Deutschland!
// Macht mehr Familienzusammenführungen möglich!
Wir fordern ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben für Alle!

Kontakt:
WhatsApp – We’ll Come United Berlin/Brandenburg: +49 163 160 17 83
Telefon – Flüchtlingsrat: +49 331 71 64 99
www.fluechtlingsrat-brandenburg.de
#LeaveNoOneBehindNowhere #CloseTheCamps

Offener Brief der Gruppe Initiative gegen das EU-Grenzregime in Afrika

Initiative gegen das EU-Grenzregime in Afrika

Berlin, 24.05.2020

Offener Brief an die Abgeordneten des Bundestags

Keine Verlängerung der Mandate für EUTM Mali und MINUSMA

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 29. Mai werden Sie über die Verlängerung der Mandate für MINUSMA und EUTM Mali abstimmen. Wir möchten Ihnen nahelegen, diese Entscheidung gründlich zu überdenken und dem Einsatz Ihre Zustimmung zu versagen.

Seit nunmehr sieben Jahren stimmt der Bundestag einmal jährlich für den Einsatz der Bundeswehr in Afrika, leider, ohne dass die Debatte die wirklich grundlegenden Fragen aufgreift. Es geht um viel: Nicht nur um fast drei Milliarden Euro, die von allen Ministerien zusammen für Projekte in der Sahelzone für das Haushaltsjahr 2020 vorgesehen sind, davon 43 Prozent für den Einsatz der Bundeswehr in Mali. Es geht viel mehr um das Leben vieler Menschen. Die Sicherheitslage in Mali, darin sind sich alle Beobachter•innen einig, verschlechtert sich zunehmend1 – trotz der siebenjährigen Intervention. Es droht ein Scheitern wie in Afghanistan.

Welchen Sinn hat ein Militäreinsatz, wenn sich die Lage vor Ort immer weiter von den gesetzten Zielen des Einsatzes wegbewegt? Der Bundesregierung wie auch den Vereinten Nationen fallen in dieser desaströsen Situation nur Durchhalteparolen ein. Doch genügt es noch, sich selbst an den hehren Zielen des Einsatzes zu berauschen, wenn die Ziele zunehmend realitätsfern werden? Vermag der beschworene „integrierte militärisch-zivilen Ansatz“, wirklich „Frieden, Sicherheit und Stabilität“ zu schaffen, gar „Wohlstand und Beschäftigung für alle“?2 Oder sollen alle Zweifel mit schön klingenden Worten beschwichtigt werden, bis nächstes Jahr?

Der Bericht der Bundesregierung beschreibt sehr eindringlich die Problemlage in dieser Region:

  • soziale Konflikte, die von sich islamistisch gebenden Gruppen instrumentalisiert werden;
  • kein Vertrauen eines Großteils der Bevölkerung in staatliche Autoritäten, die als korrupt und unfähig wahrgenommen werden;
  • Machteliten, die sich durch „Volksferne“ auszeichnen und keinen Willen zur Lösung der Konflikte erkennen lassen.

Doch bei dieser Beschreibung bleibt die Bundesregierung stehen. Die Frage, wodurch diese Probleme bedingt sind, und ob eine militärische Unterstützung von außen zur Wiederherstellung von Staatlichkeit3 Erfolgsaussichten hat, diese Frage wird nicht gestellt.

Uns drängt sich der Eindruck auf, dass es der Bundesregierung, entgegen ihren Verlautbarungen, gar nicht vorrangig um Sicherheit und Stabilität in Mali geht, zumindest nicht um die Sicherheit der malischen Bevölkerung. Ist etwa der ständige Sitz im Sicherheitsrat, der bei einem Abzug der Bundeswehr in Gefahr wäre, der Grund, der für den Einsatz den Ausschlag gibt, und nicht die hehren Ziele? Oder ist es der Wille, sich neben der alten Kolonialmacht Frankreich keinen Einfluss in der Region verschenken zu wollen? Mit deren Militärmission Barkhane MINUSMA eine Arbeitsteilung eingeht: Frankreich für die direkte blutige Terrorismusbekämpfung, MINUSMA für deren Absicherung.

Oder ist es der Grund, die europäische Sicherheit vor der Gefahr von „Terrorismus, organisierter Kriminalität und illegaler Migration“4 verteidigen zu wollen, und deshalb mit Militär in diesen Ländern präsent zu sein?

Wir halten diese Formel für schlichtweg falsch. „Illegal“ wurde die Migration in der Sahelzone erst ab dem Zeitpunkt, als die EU mit Finanzhilfen und Druck eine Reihe von Sahelstaaten zu scharfen Anti-Migrationsgesetzen bewegte, bis dahin war Bewegungsfreiheit in der ECOWAS-Zone ein Grundrecht. Und es ist eine Binsenweisheit: Je stärker die Repression, desto stärker sind Migrant•innen auf Fluchthelfer•innen angewiesen. Aus Transportunternehmern wurden Kriminelle gemacht.5

Mit einer fragwürdigen Formel kann kein Militäreinsatz begründet werden. Wir schlagen vor, bevor Sie einem sinnlosen Militäreinsatz Ihre Zustimmung geben, sich zuerst mit den negativen Folgen dieser Militäreinsätze zu befassen:

  • In einem Interview zog der französische Politikwissenschaftler Marc-Antoine Pérouse de Montclos das Fazit:

„Der Krieg ist nicht zu gewinnen, denn das Grundproblem ist kein militärisches. Die Lösung ist in erster Linie politisch, denn das Grundproblem ist schlechte Regierungsführung und die Unfähigkeit der Staaten, Konflikte anders als durch Repression zu lösen. […] Im Moment hält die internationale Gemeinschaft korrupte und oft autoritäre Regime künstlich an der Macht. Militär- und Finanzhilfe ermutigt nicht zu Reformen, sie ist eine Art Lebensversicherung für diese Regime.6

  • Nach Angaben der Menschenrechtsabteilung von MINUSMA begingen reguläre malische Sicherheitskräfte in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 101 außergerichtliche Hinrichtungen, 32 Fälle von Verschwindenlassen, 32 Fälle von Folter und 116 willkürliche Verhaftungen.7
    Kann es sein, dass die Sicherheitskräfte, die EUTM Mali ausgebildet hat, weniger Teil der Lösung als vielmehr Teil des Problems sind?

Es ist keine leichte Aufgabe, die Konsequenzen aus einem gescheiterten Unternehmen zu ziehen. Auch ein Abzug will gut geplant sein – und hoffentlich sein Ersatz durch neue Konzepte zur Unterstützung der Selbstbestimmungsbestrebungen aus der Zivilgesellschaft, nicht korrupter Machteliten.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative gegen das EU-Grenzregime in Afrika


  1. Nach dem Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen vom 20.03.2020 wurden in diesem Jahr neun malische Soldat•innen und 247 Zivilist•innen getötet. Quelle: https://minusma.unmissions.org/sites/default/files/s_2020_223_e.pdf↩︎
  2. Bericht der Bundesregierung zur Lage und zum deutschen Engagement in Mali/Sahel, 25.03.2020, BT-Drs. 19/18080.↩︎
  3. Ebd. S. 12.↩︎
  4. So der Bundesaußenminister in seiner Rede am 13.05.2020, BT-PlPr 19/159, S. 19738 C.↩︎
  5. „Exclusiv im Ersten: Grenzen dicht! Europas Schutzwall in Afrika.“ ARD, 06.08.2018, https://classic.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Exclusiv-im-Ersten-Grenzen-dicht/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=54868894 ↩︎
  6. „Der Krieg ist nicht zu gewinnen“: Interview mit Marc-Antoine Pérouse de Montclos. In: taz, 09.03.2020, https://taz.de/Politologe-ueber-Islamismus-in-Sahelzone/!5666568/↩︎
  7. MINUSMA Division des droits de l‘homme et de la protection: Note sur les tendence des violations et abus de droits de l’homme 1er Janvier – 31 Mars 2020. http://minusma.unmissions.org/sites/default/files/note_trimestrielle_sur_les_endances_des_violations_et_abus_des_droits_de_lhomme.pdf S. 5 f.↩︎

Support Moria!

Support Moria! Lager evakuieren – jetzt! Ein kleines Video von unserer Gruppe. Ein kleiner Beitrag zu den verschiedenen Appellen, Geflüchtete an den Grenzen Europas zu unterstützen.

Soutenez Moria ! Evacuer les camps – maintenant ! Une petite vidéo de la part de notre groupe. Notre modeste participation aux différents appels de soutien pour les réfugié.e.s aux frontières européennes.

#Leavenoonebehind
https://www.youtube.com/watch?v=EPz9b_MjFVA